Dass zuviel Zucker ungesund ist, weiß im Prinzip jeder Mensch. Allen ist klar das, daß aus zahnmedizinischer Sicht  der Zuckerkonsum  bei der Entstehung von Karies und Parodontose  Vorschub leistet.

Das es aber einen  gravierenden Unterschied der Wirkung von Zucker auf Männer und Frauen gibt, weiß nicht jeder – und das haben nun Forscher des University College London  herausgefunden. In der zugrundeliegenden Studie wurden mehr als 5000 Männer und etwa 2000 Frauen auf einen Zusammenhang zwischen Zuckerkonsum und mögliche Stimmungsstörungen untersucht.  Die Forscher kamen zu dem Ergebnis, dass Männer bei einer Aufnahme von mehr als 67 Gramm pro Tag nach fünf Jahren ein um 23 {fda39b53b689dd5163b58e4bad17b44b4f0378109e23244dc16148c888acc808} erhöhtes Risiko für Stimmungsstörungen, z.B. Depressionen, aufwiesen. Männer, die hingegen weniger als 40 Gramm täglich konsumierten, waren nicht gefährdet. Bei Frauen war kein Zusammenhang zwischen erhöhtem Zuckerkonsum und psychischen Störungen feststellbar. (Quelle: Der Freie Zahnarzt – Oktober 2017)

Wussten Sie schon, wieviel Zucker sich in Lebensmitteln versteckt? Hier ein paar Beispiele:

  • koffeinhaltige Limonade (0,33 l) enthält 7 Teelöffel
  • 1 Brötchen (40g) enthält 1 Teelöffel
  • Schokomüsli (50g) enthält 2,5 Teelöffel
  • Smoothie aus dem Kühlregal (0,25l) enthält 8 Teelöffel
  • 1 Fertigpizza (400g) enthält 2,7 Teelöffel
  • Fleischsalat (150g) enthält 2 Teelöffel
  • 1 Tütchen Ketchup (20g) enthält 1,3 Teelöffel
  • 2 fettarme Fruchtjoghurts (à 100g) enthalten 6,5 Teelöffel

Jeder Deutsche isst im Schnitt 23 Teelöffel Zucker am Tag. Laut WHO sollte täglich weniger als ein Drittel davon (25 Gramm) verzehrt werden!

Zuviel Zucker macht krank!

Dieser Meinung sind auch die Allgemeinen Ortskrankenkassen (AOK). Sie fordern die Bundesregierung auf, die neue Zucker-Richtlinie der Weltgesundheitsorganisation zum Anlass zu nehmen, den steigenden Zuckerkonsum in Deutschland zu senken. Dazu sei eine nationale Strategie nötig, die zum Beispiel Werbeeinschränkungen und eine Zuckersteuer für ungesunde Lebensmittel beinhalten sollte. Die AOK kritisiert, dass die Bundesregierung zwar gegen Rauchen und übermäßigen Alkoholkonsum präventiv arbeite, aber ihre Verantwortung in der Gesundheitsvorsorge gegen einen übermäßigen Zuckerkonsum vernachlässige.

Das zuständige Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft lehnt die AOK-Forderung nach Steuerung des Zuckerkonsums für vermeintlich ungesunde Lebensmittel durch Werbeverbote und Strafsteuern ab. Man wolle nicht vorschreiben, was man essen soll.

Unsere Buchempfehlung: Die Zuckerlüge

2017-11-12T18:47:59+00:00 19. Oktober 2017|Aktuelles|